Magic Lanzarote 2017

Wade an Grosshirn, bitte melden!

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Was nützt der schönste Trainingsplan, wenns auf einmal in der Wade zwickt?

Horrorvision für den ambitionierten Sportler: Da ist man so schön drin im Fluss, der innere Schweinehund hat sich zurückgezogen und an seine Stelle ist der Trainingsfleiss getreten. Und dann auf einmal wird das Knie ein wenig dick oder bei jedem Schritt zwickts irgendwo in der Wade. Und nun? Gleich zum Doc rennen? Die Krücken rausholen? “Konservative Therapie” und einfach mal eine Woche lang nichts tun? Oder lieber doch die Anmeldung für den Ironman Lanzarote 2014 ganz zurückziehen und viele Packungen Chips vorm Fernseher essen?

Panik an allen Ecken und Enden. Ist jetzt alles vorbei? Ich werde doch niemals rechtzeitig fit bis zum Wettkampf. Die schönen Muskeln, die gute antrainierte Kondition – das ganze bisherige Programm für die Katz? Oder einfach ignorieren? Was nicht tötet, härtet ab?

Ein Patentrezept gibt es schon allein deshalb nicht, weil die Art und Schwere von Verletzungen so vielfältig ist.
Aber hunderte hilfreicher Tips für den Umgang mit dem Zwicken und Zwacken  gibts allemal: Die Kollegen, die Experten im Netz, das allwissende Forum und nicht zuletzt die versammelte Ärzteschaft. Allesamt haben sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und wissen, was für mich am besten ist.

Oder wie wäre es, wenn ich da selbst ein bisschen mitsinge im Konzert all dieser Experten?

Wer lange genug Sport treibt, dem ist sein Körper und dessen einwandfreies Funktionieren nicht nur zur Priorität Nummer 1 geworden, sondern der hat dank vieler Wehwehchen und regelmässigen Wohlgefühls ein Gespür für Muskeln und Gelenke und Kreislauf entwickelt. Hat gelernt, sich mit seinem Körper zu unterhalten, ihm zuzuhören. Die Sprache des eigenen Körpers zu verstehen ist nicht allzu schwer. Eigentlich benötigt man dazu lediglich Training, Training, Training und Respekt, Respekt, Respekt.

Ein dickes Knie hat Ursachen. Das Zwicken in der Wade ebenfalls. Derlei Symptome sind immer eine Kommunikationsform. Der Körper wehrt sich, macht sich bemerkbar, zwingt mich zur Veränderung. Niemand hat jedoch dem Hirn den Auftrag gegeben, sich das “worst case scenario” in allen Regenbogenfarben auszumalen und für schlaflose Nächte, Weinkrämpfe, Wurtausbrüche und schwerste Depressionen zu sorgen!
Meine eigene Herangehensweise ist auf die denkbar einfachste Formel reduziert:

Keine Panik!

Innehalten. Einen Tag vielleicht. Training reduzieren oder einfach mal aussetzen. Fühlen. Kommunizieren. Den Körper verstehen lernen.
Entschuldigt, liebe Ärzte, ich renne nicht sofort zum Spezialisten wenns ein bisschen weh tut. Dies muss meinetwegen der Profi tun. Aber der Amateur, sei er auch noch so voll von Ehrgeiz und Ambitionen, kann von der eigenen Auseinandersetzung mit den Symptomen nur profitieren: Ich selbst weiss am Allerbesten, was ich in den Tagen zuvor angestellt habe. Ich kenne meinen Körper und kann ohne Hektik und Panik Vermutungen anstellen. Kann kurzzeitig den Trainingsaufwand reduzieren. So etwa wie ich mit dem Reden kurz mal aufhöre, wenn mein Gegenüber etwas zu sagen hat. Diese Pause nutze ich, um mit meinem Körper in Dialog zu treten.

Meine Mitarbeiter sind glücklicher, wenn ich ihnen zuhöre!

Die meisten kleinen Zipperlein habe ich in der Vergangenheit erfolgreich autodidaktisch behandelt. Ohne Panik und ohne Paranoia. Aber mit viel Einfühlungsvermögen und weit entfernt von blindem Ehrgeiz.

Angenehmer Nebeneffekt dieser Fokussierung auf das Gespräch mit meinen eigenen “Mitarbeitern”:  Sie sind glücklicher!

Ja, richtig gelesen. Ich stelle mir meinen Körper vor als eine Firma mit vielen Mitarbeitern in diversen Abteilungen und Unterabteilungen. Von den Bedingungen am Arbeitsplatz und vor Allem von Ihrer Zufriedenheit hängt die Performance des gesamten Betriebes ab. Und die Schaltzentrale, der Chef wenn man so will, bin ich! Von mir hängt es ab, ob ein Zahnrädchen ins Andere greift, ob die Maschinerie richtig geölt ist. Und die Zeit für die Klagen der Mitarbeiter, die ich mir nehme, bestimmt entscheidend deren Gesundheit, deren Zufriedenheit und damit letztlich deren Leistungsfähigkeit! Der Ironman Lanzarote kann kommen! Respekt ja, Angst nein!

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