Magic Lanzarote 2017

Ohne einen fetten Kampf – ist der Sport kein rechter Kampf!

magic lanzarote ironman 2014 eike eisenmann

Auaaaa! Wie schön! … Sicher???

 

Mann, was für ne laute Überschrift.

Ist das jetzt Macho-Gehabe, eine perfekte faule Ausrede für die miese Durchschnittsgeschwindigkeit, ist es Wichtigtuerei oder Durchhalteparole? Was, bitteschön, soll daran gut sein, wenn erst der Oberschenkel Amok läuft, dann in Panik der Fuss sich nicht vom Klickpedal löst und der Kuss der Gänseblümchen am Strassenrand unvermeidlich wird?

 

Naja gut, die Sache mit dem Pedal war dann doch etwas dick aufgetragen, man ist ja schliesslich kein Anfänger mehr (alles schon erlebt, hm?). Aber die philosophische Frage nach der Ästhetik des Krampfes sollte hier und heute ein für alle Mal geklärt werden.

 

„Nur wenn dein Muskel sich schliesst, öffnest Du Dich… .“

Noch so ein Gassenhauer für die Sportstammtische dieser Welt, wo bei stillem Wasser und Salat ohne Dressing über Horizonterweiterung schwadroniert wird?

Oder ist da doch was Wahres dran?

 

Ein Ausflug in die Tiefen des Resthirns eines Ausdauersportlers könnte Hilfestellung geben bei der Erörterung:

„Warum tue ich mir das überhaupt an“ ist eine Frage, die sich jeder schon gestellt hat, der unrasiert und fern der Heimat bei Kilometer fünfundneunzig am Hungerast hängenbleibt. Der von heftigen Windböen und der beginnenden Blasenentzündung (die letzte Abfahrt war vielleicht doch etwas zu rasant) am „Genuss“ seiner „Ausfahrt ins Grüne“ gehindert wird. Oder der eben dem allzu verkrampften Ehrgeiz, gepaart mit Magnesiummangel Tribut zollt und gerade noch so eben aus dem Klickpedalgefängnis ausbrechend Veitstänze aufführt, weil irgendein Muskelstrang partout die Gefolgschaft verweigern mag. Die Antworten auf diese zentrale Frage sind vielfältig, und für Aussenstehende zum Grossteil erschreckend: „Ein Snickers gegen den Hungerast – ein Euro. Das Selbstbewusstsein nach diversen Stunden eintöniger Pedaltreterei – unbezahlbar.“ Das kennt man, dieses Gesülze, gell?

 „Das Snickers gegen den Hungerast – ein Euro.
Das Selbstbewusstsein nach diversen Stunden eintöniger Pedaltreterei – unbezahlbar.“

Nun ist der Homo Sapiens Marathoniensis eine sicherlich nicht gerade vom Aussterben bedrohte Spezies und daher aus Gründen demokratischen Denkens durchaus ernst zu nehmen. Hat schon jemals ein finnischer Finisher irgendeines Sportes, der mindestens 4 Stunden am Stück praktiziert wird, Frau und Kind oder den Chef geschlagen oder sich aus Gründen tief sitzender Depressionen die Kugel gegeben? Statistiker klagen über einen „signifikanten Mangel an Gewaltbereitschaft in dieser Zielgruppe“ und eventuell sind die krampfgeplagten Kampfschweine also doch mit ihren angeberischen Äusserungen nicht so ganz schief gewickelt, machen irgendetwas richtig, sind irgendwie ausgeglichenere Zeitgenossen als die Mamis mit den teigigen Gesichtern, die bei Richter Holt ihre Ex-Lover anschreien.

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Auf Lanzarote ist der innere Schweinehund ein Teufelchen…

Aus eigener Erfahrung weiss der Autor dieser Zeilen immerhin zu berichten, dass nach einem anständigen Grundlagenausdauertraining irgendwie ein paar Glückshormone extra ausgeschüttet werden können.

Diese Zeilen übrigens entstehen gerade nach einer ebensolchen Trainingseinheit unter der heissen Sonne einer Insel im atlantischen Ozean, mit Wind und Wetter und Sonnenbrand und trockenen, aufgeplatzten Mundwinkeln. Während das rechte Bein im 72-Grad-Winkel vom Schreibtischsessel abgespreizt ist, damit die gerade erst überstandenen Krämpfe nicht doch noch zurückkehren, tippt der Schreiberling mit einem ähnlichen Elan in die Tasten, wie er in den Stunden zuvor mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den letzten 27 kaugummizähen Kilometern die Kurbel seines Rennrades beackert hatte.

 

Und wahrlich! Dieser ekelhafte letzte Abschnitt einer ansonsten fantastischen Reise durch Vulkanlandschaften brachte die erwähnten Krämpfe, erst rechts, dann links, dann in beiden Schenkeln und Waden. Und zauberte dennoch ein, zugegebenermassen verkrampftes, Lächeln auf die spröden Lippen, denn erst der Kampf mit dem Krampf brachte eine frische Antwort auf die oben erwähnte Grundfrage, auf das allgegenwärtige „Warum?“:

 

Weil erst dort, wo es weh tut, eine Grenze überschritten wird.

 

Weil sich der Phönix aus der Asche des selbst gewählten Schmerzes erheben und noch ein Stückchen weiter fliegen lernen kann. Weil – normalerweise – die nächste Trainingseinheit dann schon wieder ein kleines bisschen länger sein darf, nachdem der Körper vom Geist dazu gezwungen wurde, sich gefälligst am Riemen zu reissen.

Und der Geist tat im Angesicht der Notwendigkeit, dem doofen Körper zum Trotze noch zur warmen Badewanne ins Eigenheim zurückzufinden, ein Übriges: Er öffnete sich tatsächlich, als sich der Muskel schloss. Nahm die schmerzhafte Herausforderung an und versuchte, “cool und locker” irgendwie weiterzustrampeln, während das geschundene Bein in Panik geriet. In Zeitlupe zwar, aber stetig. Und zu allem Überfluss auch noch stramm bergauf!

Na, die bis dato ordentliche Durchschnittsgeschwindigkeit ging auf dem besagten letzten Viertel der Strecke dann natürlich ebenso “cool und locker” den Bach runter, aber übermorgen ist ja auch noch ein Tag… .

 

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Eine eigentlich wunderbare Route über die Vulkaninsel…

Ein Hoch auf den Schmerz also.

Auf Krampf und Hungerast.
Und auf die Horizonterweiterung,
die sich diese Angeber und Machos und Wichtigtuer immerhin ehrlich und tatsächlich im Schweisse ihres Angesichtes Meter für Meter erarbeitet haben!


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