Magic Lanzarote 2017

Ironman at Work: März 2014

magic lanzarote ironman 2014 men at work ”Herr Ober, bitte die Rechnung”!

Was in der Kneipe ein eher unerfreuliches Ereignis ist, macht mich bei meiner Trainings-Abrechnung für den März dann doch eher glücklich! Geht es bei der Zusammenfassung der Rechnung doch ausserdem nicht um ein paar Bierchen, Cocktails oder Weinflaschen, sondern um die Kilometerchen, die zu Beginn des Frühlings auf dieser wunderbaren Vulkaninsel zusammengekommen sind, um mich meinem grossen Ziel näher zu bringen. Der Tag der Abrechnung rückt auch so gesehen immer näher.

Viele Stunden, viele Kilometer. Unbeschreibbare Gedanken, Einblicke, Panoramen, Emotionen.
Der März war knackig. Muskeln wachsen und Fressorgien finden statt, während das Gesicht dennoch schmaler und schmaler wird.

Schnöde Zahlen sind das, und doch steckt hinter fast jeder Nummer dieser Trainings-Statistik etwas Dramatisches. Ein grösseres Drama, als sich die vielbeklatschte Operndiva auf den Bühnen dieser Welt aus dem Halse singen kann, findet heimlich, still und leise im Kopf des mutterseelenallein ausdauernd Trainierenden statt:

Wind und Wetter. Selbstzweifel und Selbsterkenntnis.
Je länger die Strecke, um so tiefer die Meditation, oder umso umfangreicher die Gedanken, die einem während der Traingsstunden durch den Kopf schiessen
Fehler über Fehler, die der Autodidakt in seiner Vorbereitung zwangsläufig macht.
Kleine und grosse Wehwehchen. Ein Wechselbad der Gefühle.

Ein AHA-Erlebnis nach dem andern auf monotoner Schwimmstrecke. Jede kleine Änderung der Körperspannung oder der Atemtechnik bringt ein anderes Schwimmgefühl. Eben noch ausgepowert, 4 Bahnen später super relaxed, als könne man mal schnell den Atlantik durchpflügen. Genug Zeit hat man, auch im Becken! Die Ironman-Distanz von 3.8 Kilometern entspricht immerhin  stolzen 152 Bahnen im 25-Meter-Olympiapool vom Hotel Sands Beach in Costa Teguise. Unter Wasser kenne ich dort bereits jeden kleinen Riss in der weissen Wandfarbe.

In den Stunden des Trainings hat man Zeit für viele Dinge.
Für Selbsterkenntnis, die für das Leben abseits des Trainings schult: Wie, beispielsweise, haushalte ich mit meinen Kräften, um nach einem 100-Kilometer-Ritt durch den Wind noch weiter joggen zu können und zu WOLLEN? Wie schaffe ich es, schnell und forsch voranzukommen, ohne mich zu erschöpfen. Wie finde ich diese einzigartige Balance zwischen der Leistung, die mich vorantreibt und jener Entspannung, die mich länger durchhalten lässt? Und die für solch einen langen Wettkampf fast noch wichtiger zu sein scheint als Muskeln und Kraft.

Abgerechnet wurde häufig zu Hause, ein paar Stunden nach Ende des Trainings erst wurde oft klar, ob es am nächsten Tag weiter gehen kann oder ob ich es einmal mehr übertrieben- und die erwähnte Entspannung eben doch nicht erreicht hatte.

Und dann das grosse Staunen über meine offensichtlich monatelang grottenschlechte Sitzposition auf dem Rad. Kein Wunder, dass die Krämpfe kamen.
Wie konnte das passieren? Da knöpft mir ein “Profi” aus Deutschland eine Menge Mäuse dafür ab, mir lieblos und ohne einen Funken Verstand Sattel und Lenker stümperhaft zu montieren.
Fassungslos und doch mit einem Schmunzeln habe ich auch darüber ein Blögchen geschrieben. (bitte hier weiterlesen, es öffnet sich eine Extra-Seite…)
Glücklicherweise habe ich nun die Kurve gekriegt und erlebe ein völlig neues Sitzgefühl auf dem dennoch nicht bequemen Fahrradsattel.
magic lanzarote ironman at workEs ist, unter dem Strich, einfach fantastisch, diese tägliche und recht extreme Selbsterfahrung zu durchleben, die durch die Vorbereitung auf den Ironman unvermeidlich scheint! Das ist in der Tat “Ironman at Work”, eine Vollbeschäftigung auf- und jenseits der Trainingsstrecke. Eine Herausforderung nicht nur für Körper und Disziplin, sondern auch für den eigenen Geist, den Umgang mit sich selbst, die Seele im Wellenbad der Gefühle und vieles mehr.

20.45 Kilometer Schwimmen, 8:32 Stunden
738.1 KM auf dem Rad, 32:21 Stunden
wieder nur 57KM Laufen  in 5:36 Stunden

magic lanzarote ironman at work

Zusammen mit hier nicht dokumentierten Stunden Sport ohne GPS-Uhr – seien es auch nur die Tischtennis-Matches mit der Dorfjugend und meiner Tochter – sind es rund 55 Stunden Bewegung!
Das sind Zahlen, die ich vor noch nicht allzu langer Zeit für einen Amateur im Reich der Phantasie angesiedelt hätte.
Hinzu kommen noch An- und Abfahrten. Duschen, Pflegen und die leckeren Saunadurchgänge… .
Vieles meiner regulären Arbeit wurde, glücklich wie ich bin kann ich mir dies teilweise raussuchen, auf die Nachtstunden verschoben.

Auch die Arbeit für und mit meinen geschätzen Sponsoren, allen voran hier auf dieser Seite natürlich men at work, wurde mehr und mehr auf die Nacht verlegt. Besucht sie doch einfach auch einmal!

 

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