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Ironman at Work: April 2014

 

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Iron-Mania!

Das April-Training hinterlässt Spuren. Rund um meine Beine und Arme vor Allem in Form ungeahnter Muskelpakete – oder belassen wir es lieber bei Muskelsträngen, man mag ja nicht übertreiben.

Aber auch in Haus und Garten, sowie in der Familie: Überall ist Eisenmann. Die Sport-Trinkflaschen mit dem Ironman-Logo stehen sogar neben der Toilette. In den Schoko-Nuss-Dattelkuchen (optimiert für viel Kraft auf wenig Raum) werden vor dem Backen liebevoll die Initialen “I.M.” eingeritzt. Und die in früheren Jahren auf der Fahrradstrecke geklauten gelben Wegweiser zeigen jetzt im Schlafzimmer eindeutig in Richtung des Helden, der sich auf der Zielgeraden seines Trainingseifers befindet.

Sogar der “Kraftkuchen” trägt das “M” :-D

Die Familie stolpert über Lauf- und Fahrradschuhe nebst Stinkesocken. Neongelbe T-Shirts pflastern den Weg zwischen Haustüre und Waschmaschine. Wer an meinem Fahrrad vorbeigeht, sollte besser eine Sonnenbrille dabei haben um der Gefahr von spontaner Erblindung vorzubeugen. Die knallgelbe Rennmaschine wird gehegt und gepflegt, während das Töchterchen und die Hauskatze hinten in der Ecke sitzen und verhungern.

 

Und noch im dunkelsten, unwirtlichen Morgengrauen stehe ich bereits schnaubend wie ein Stier und mit den Hinterfüßen ungeduldig scharrend vorm Spiegel bei der rituellen Vaseline-Applikation und warte sehnsüchtig darauf, dass die Sonne aufgeht und die nächste Runde Kilometerfressen rund um die Insel endlich losgehen möge.

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Kurz: Der innere Schweinehund hat sich seit geraumer Zeit endgültig ins Schmolleckchen zurückgezogen, er ist nicht nur besiegt sondern vernichtet worden. An seiner Stelle regiert jetzt die renngeile Kampfsau. Was sind schon 150 Kilometer?

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Dementsprechend ist auch die Statistik für den April, kurz vor dem Grossen Tag also, ausgefallen. Rekorde wurden pulverisiert: Die längste, die heisseste, die schnellste Einheit. Die Gesamtstundenanzahl. Die Gesamtdistanz. Herrlich, was man alles besiegen, verbessern, erreichen kann. Ein Hoch auf die Zahlenspiele, ohne die der Ausdauersportler nur ein halber Mensch wäre.

Lauter “magische” Grenzen: Mehr als 1000 Kilometer über die Insel. Mehr als 50 Stunden netto-Arbeitszeit (An- und Ausziehen, zentnerweise Schoko-Croissants verputzen, sowie Sauna- und Selbstbeweihräucherungs-Stunden nicht mitgezählt). Nicht gemessen wurden allerdings die Liter Meerwasser, die ich schlucken musste, sowie die bangen Stunden des Selbstzweifels. Der Mensch ist ein bescheuertes Tier: Trotz durchaus auch für den Aussenstehenden beeindruckender Trainingsleistungen komme ich mir nämlich häufig immer noch vor wie aus flüssigem Aluminium und beileibe nicht hart wie Kruppstahl, um bei der Iron-Terminologie zu bleiben.

Aber unter dem Strich bleibt ein geiler Frühlingsmonat mit viel Schweiss und noch weiter gewachsenem Selbstbewusstsein. Nachts aufwachen und sich wollüstig kurz die Pobacke kneten, weil sogar dort irgendeine harte, muskuläre Substanz zu wachsen scheint – was gibt es, neben der Morgenlatte natürlich, Erotischeres???
(Entschuldigt, liebe etwas “gemässigtere” Leser, dass ich an dieser Stelle so in die Vollen greife – aber das muss mal erlaubt sein, denn ohne eine etwas handfestere Sprache kann kaum klar werden, dass all dieser Trainingsfleiss auch hier und da in ein derartiges Körperbewusstsein mündet und manches zusätzliche Testosterönchen freisetzen kann Das ist ein natürlicher Prozess und ich möchte diesen weder überbewerten noch unter den Teppich kehren – im Sinne derjenigen Leserinnen und Leser, die dies nachvollziehen können, danke ich fürs Verständnis *grins*). Wie sagte Sportsfreund Carlos neulich: “Die meisten Ironmen sind irgendwie auch “Poser”". Na warum auch nicht, schliesslich tun sie eine ganze Menge für ihren Körper. Ein bisschen Selbstdarstellung aus dem gewachsenen Selbstwertgefühl heraus möge erlaubt sein.
Man muss ja noch lange nicht “besser” sein als der gemeine nordic Walker, gell lieber Achim Achilles?

 

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Ausruhen! Ausnahmsweise… :-D

Und dann sind da ja noch die Ruhetage.

Von wegen Ruhe, denn während ich die Beine hochlege, rumorts und hämmerts drinnen im Körper vom Feinsten. “Superkompensation” nennt sich das wohl, wenn der Körper in Windeseile die Ruhezeit dafür nutzt, um sich für den nächsten Ernstfall zu wappnen. Nach dem Aufstehen dann schlapp wie nach dreihundert Fahrradkilometern, obwohl am Tag vorher Beine Hochlegen angesagt war. Aus heiterem Himmel Gliederschmerzen wie ein 12-jähriger während des Wachstums.
Ein Hoch auf diese Ruhetage und auf dieses unermüdliche Maschinchen namens eigener Körper, das mir immer noch mehr Power zur Verfügung stellen mag.

Ironman at work eben. Tag und Nacht, in Ruhe und unter Stress.

 

Die nackten Zahlen:
In der Monatsstatistik sieht man den steilen Anstieg von Leistung, Arbeitszeit und (nicht sichtbar) auch Selbstbewusstsein und Lebensfreude!

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Knapp ein-tausend Kilometer auf dem unbequemen Rennsattel (992.41km / 40.05 Stunden)

136.29 Kilometer per pedes (für Euch Hardliner ist das immer noch viel zu wenig, ich weiss),
vor allem im Inselnorden und mit wieder wachsender Begeisterung fürs Laufen (14:53h)

und auch noch 7.5KM/3:07h Wasserstreicheln.

Macht insgesamt 1135.75 Kilometer in 58 Stunden und 5 Minuten.
Böse Zungen behaupten jetzt sicherlich, der Kerl sollte mal so viel arbeiten wie er trainiert, dann würde auch die Kasse stimmen.
Das mag sein, aber ich hoffe immer noch darauf, dass die Kasse auch dann irgendwann einmal stimmen wird, wenn Körper und Geist in top Form sind!

Insofern möchte ich meine lieben bereits jetzt helfenden –  und die zukünftigen Sponsoren schon einmal auf meine nächsten Projekte nach dem Ironman 2014 einstimmen:

Der Weg nach Hawaii 2019 ist noch weit. In 5 Jahren feiere ich meinen 50. Geburtstag und bis dahin ist ein Buch erschienen, das über den Höhepunkt der mentalen und auch körperlichen Leistungsfähigkeit in diesem Alter berichten wird. Es ist Quatsch mit Sosse, dass man irgendwann in den hohen 20ern seinen Zenit überschreitet:-D.

In diesem Buch wird berichtet über die Iron-Mania, über Selbstbewusstsein, innere Schweinehunde, über Grössenwahn und Angst vor der Performance. Und über die labile menschliche Psyche, die mit ein paar Ticks und Kniffen in eine freundliche, leistungsfähige Chefin umgewandelt werden kann, die den ganzen hauseigenen Maschinenpark hervorragend zu motivieren versteht. Es mag ja sein, dass der objektive körperliche Höhepunkt früher statt findet. Aber zusammen mit Leistungsbereitschaft, Disziplin, Erfahrung und gewachsener Lebensfreude sowie einem Schuss antreibender Midlife-Crisis lässt sich der wahre Höhepunkt doch eher in die Fünfziger verlegen. Provoziert diese These? Soll sie ja auch!

Wer hat Lust, sich in dieses Boot mit zu setzen und dabei zu sein, wenn den Menschen viele positive Alternativen zur Krisendepression geliefert werden? Der möge sich bitte bei mir melden!

Für heute verabschiede ich mich in die Sauna, grüsse den in all diesen Monaten immer mit freundlichen Aufmunterungen präsenten “Schirmherrn” dieser Statistikseiten, men at work einmal mehr ganz besonders

 

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