Magic Lanzarote 2017

Ein Hoch auf den “Halbprofi”

“Doping”. Airbrush-Zeichnung von Heinrich Schwarze-Blanke, HSB-Cartoon. http://www.hasb-cartoon.de

Spitzensportler verdienen Spitzengehälter.
Millionen Sportbegeisterte aus aller Welt sorgen mit ihrem Interesse dafür, dass ein paar Ausnahmeathleten in diversen mediengerecht präsentierten Sportarten die Millionen scheffeln. Gleichzeitig aber fällt dem Konsumenten negativ auf, wie beispielsweise im Radsport systematisch betrogen wird, um ins Rampenlicht und an den Fleischtopf zu gelangen. Im Fussball werden abartige Transfersummen bezahlt, gleichzeitig wird dieser Sport dadurch zunehmend unsympathischer, dass die Funktionäre ihren Sportsgeist gegen hemmungslose Bestechlichkeit eingetauscht haben. Und durch die Tatsache, dass es sich mehr und mehr  um einen wirtschaftlichen- denn um einen sportlichen Wettkampf handelt.

Echten Sportsgeist findet man automatisch und auf breiter Basis in den “unteren Klassen”… . 

Dabei kann das Interesse der Zuschauer durchaus auch durch Sportler befriedigt werden, die eben nicht regelmässig an der Nadel hängen oder sich als arroganter Neureicher auf respektlose Diskussionen mit den Schiedsrichtern einlassen. Schauen wir doch einmal genauer hin: Der Frauenfussball beispielsweise hat in den vergangenen Jahren dank der Medien einen ordentlichen Aufschwung erfahren dürfen! Mittlerweile schauen wir uns vor dem TV also Fussballspiele an, die eigentlich kaum auf dem Niveau der 3. oder 4. Männerliga stattfinden, uns Zuschauer aber dennoch elektrisieren. – Und die Damen können sich auch eine dünne Scheibe vom Kuchen abschneiden, die ihnen mehr als zusteht.

Eine “dopingfreie Tour de France” ist derzeit sicherlich ein Wunschdenken. Aber für den Zuschauer wäre der Unterschied zwischen dem mit Drogen vollgepumpten Vollprofi und einem ambitionierten, hart trainierenden und vor allem “sauberen” Amateur kaum sichtbar: Er sähe nur den Wettbewerb zwischen den Sportlern, nicht aber die paar Sekunden, die jene Halbprofis im Stundenmittel langsamer sind als ihre medikamentenabhängigen Kollegen.

Konsequent weitergedacht ist dies ein Plädoyer für die stärkere Förderung des Amateursports durch die Medien und die Konzerne. Warum sollte der Mineralwasser-Hersteller seine Marke durch dopingverseuchte Betrüger verschmutzen lassen, wenn es tausende von sportlich fairen Jungs und Mädels gibt, die bereits über einen Zuschuss zum Kaufpreis ihres Mittelklasse-Fahrrades dankbar wären? Die dennoch im Kleinen für die Marke werben und als grössere Masse eine ordentliche Portion Aufmerksamkeit auf sich lenken könnten!

Trainingsaufwand, Sportsgeist, echte Kameradschaft und fairer Wettkampf bis an die eigenen Grenzen: Das bieten die “Kleinen” heutzutage oft in Reinkultur, während es sich bei den Stars nur noch darum dreht, wer den besseren Berater und den gewitzteren Arzt oder Rechtsanwalt hat.

Sympathische Höchstleistungen vom Feierabendprofi stärker zu bezuschussen könnte, wenn es im Spitzensport weiterhin so unfair und gierig zu geht, bald schon zu einer Alternative für viele sportfördernde Marken werden – und dabei dem hohen Aufwand an Trainingsfleiss und Leistungsbereitschaft so manchen Sportlers jenseits des Rampenlichtes wohltuend Rechnung tragen!

Und die Medien? Natürlich verkauft sich Lieschen Müller von nebenan nicht so gut wie Sabine Lisicki auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Aber regelmässige Übertragungen “zweitklassiger” und dennoch faszinierender Wettbewerbe könnten durchaus ein passables Zuschauerinteresse wecken.
Mein Training und die ganze Kampagne auf dem Weg zum Ironman Lanzarote 2014 erregt jedenfalls mittlerweile lokales Aufsehen, dank der facebook-Seite mache ich mich auch in der deutschen Triathlon-Szene breit. Mein Trainingsaufwand und das “blogging after jogging” macht immerhin knapp einen Halbtagsjob aus (Statistiken gibts hier)  - und sich zu einer anstrengenden Trainingseinheit zu motivieren ist mitunter ähnlich kompliziert wie das Aufraffen zur täglichen Arbeit. Klar macht mir das Spass und es ist das, was ich selbst möchte. Aber ist es nicht sowieso sehr anstrebenswert, Beruf und Hobby miteinander zu verbinden? :-D

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