Magic Lanzarote 2017

Desafío Canarias: in sieben Tagen über sieben Inseln

magic lanzarote ironman desafio canarias

 

Sonntag Morgen.

Nieselregen. Ungemütlich.
Besser im Bett bleiben, vielleicht stellt mir jemand den Kaffee neben das Kopfkissen?
Nichts da. Erstens scheint auf Lanzarote im Laufe des Tages fast immer dann doch die Sonne und zweitens ist Darío Dorta schliesslich noch viel früher aufgestanden.
Der Kerl ist um 5:30 in der Dunkelheit des Novembermorgens von Orzola ganz im Norden Lanzarotes losgelaufen. Aufgebrochen, um 7 kanarische Inseln in sieben Tagen per pedes zu erkunden.
Da wollen wir doch nicht untätig sein, sondern diesen sympathischen 35-jährigen Canario samt seiner Familie und seiner Helfershelfer tatkräftig unterstützen.
Raus aus den Federn, rein in die Laufschuhe.
Im Internet mal schnell kontrolliert, wo sich Darío und seine Frühaufstehergruppe gerade befinden.
Auf http://www.runspiral.com/online.html sind die GPS-Daten live und online verfügbar.
Ich sehe schon, das warme Bett hat mich fast zu lange aufgehalten, nix wie raus aus dem Haus, die Jungs sind schon seit über 3 Stunden über Stock und Stein unterwegs,
haben sich schon über das Risco de Famara gequält und rennen durch den feinen Nebelregen auf Teguise zu.

 

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Punktlandung.
Gerade als ich ins Auto steige, um zum Treffpunkt in San Bartolome zu fahren, kommen mir mitten in Teguise 5 einsame, lächelnde junge Männer entgegen.
Eine kurze Begrüssung und ein Foto vom Helden, der immer vorneweg läuft. Seine Sekundanten laufen das Tempo ihres Chefs mit, er ist es schliesslich, dessen Muskeln, Füsse und Gelenke in den kommenden Tagen geschätzte 500 Kilometer lang beansprucht werden.

 

San Bartolome. Die Läuferfamilie wartet auf die Ankunft des Trosses.
Wir wollen Darío und sein Team bis nach Uga begleiten, Einige laufen sogar bis nach Playa Blanca mit, dem Ziel des ersten Tages des Projektes “desafío canarias”.
Darío Dorta rennt, weil die Kanaren seine geliebte Heimat sind. Weil er einen Traum hat. Weil der Sport seine Art der Entspannung ist. Und weil er, möglicherweise aus familiären Gründen, sein Projekt dem Kampf gegen den Krebs widmet.
Überhaupt ist alles sehr familiär hier: In unserem Grüppchen von ca. 15 Läufern kennt jeder jeden. Wir haben uns im Laufe der Jahre auf so vielen kleinen und grossen Wettkämpfen, auf Dorffesten oder Triathlons, Nacht-Marathons und Spassläufen gesehen.
Man freut sich immer wenn man sich wiedersieht, tauscht typische Sätze oder die kleinen Gemeinheiten rund um persönliche Bestzeiten, Trainingsziele und Wehwehchen aus. Es herrscht eine freundliche Stimmung in Erwartung eines nicht alltäglichen Sonntags-Lauf-Vergnügens.

 

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Die Vorhut trifft ein. Familie und Freunde von Darío. Smartphones und Tablets werden gezückt, die Route kontrolliert, alles scheint bestens organisiert. Eine dicke Decke in den Händen von Daríos Papa, er wartet darauf, seinen Sohn kurz einzupacken, damit die Muskeln beim Zwischenstopp nicht kalt werden. Und schon sind die DauerLäufer unter unserem Applaus eingetroffen. Sie haben zu diesem Zeitpunkt knapp die Hälfte ihres Tagespensums hinter sich, sehen aber fit aus als wären sie noch gar nicht losgelaufen.

 

Was dann folgt, ist beste Unterhaltung am Sonntag. Gruppenfoto für die Presse vorm Cafe Lolita in San Bartolomé. Und dann gehts rein in den stärker werdenden Nieselregen. Ungemütlich? Pah. Von wegen.
Wir sind irgendwie alle angesteckt von einer ruhigen Heiterkeit, die Darío und seinen Edelhelfer Fran Godoy auf der gesamten Strecke zu umgeben scheinen.

 

Nun ist die Gruppe auf knapp 20 Läufer und Läuferinnen angewachsen und es geht über Stock und Stein quer durch die Hügel in der Inselmitte von Lanzarote.
Und natürlich lässt sich auch die Sonne irgendwann blicken, sicher von uns Inselmarathonis herausgelockt, und die durchnässten T-Shirts können trocknen.

 

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In Uga lässt sich Darío vom eigens mitgereisten Physiotherapeuten die Muskeln lockern.
Das Projekt ist gut durchorganisiert. Nicht nur die live GPS-Verfolgung im Netz, auch die ärztliche Versorgung und die Streckenplanung sind minutiös vorbereitet.
Über ein Jahr lang dauerten diese Vorbereitungen. Die Strecke wurde genauestens erkundet und viele der Kilometer, die Darío und seine Crew nun zurücklegen, hat er vorher schon einmal begangen.

 

Ich selbst steige nach 20 phantastischen Kilometern in Uga reichlich wehmütig aus dem Tross aus und die kleiner gewordene Gruppe macht sich auf den Weg nach Playa Blanca, wo die Fähre nach Fuerteventura und das Fernsehen warten.
Ein Gruppenfoto. Hände werden geschüttelt und den Jungs auf die Schulter geklopft. Spass hat es gemacht, und auch ein bisschen Stolz schwingt mit, Teil dieses ungewöhnlichen Projektes gewesen zu sein.

 

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Es wird jetzt zwar keinen Kaffee mehr neben dem Kopfkissen geben, aber der gemütliche Teil des Sonntags wartet dennoch auf mich, während Darío noch ein paar Kilometer vor sich hat.
Auf Lanzarote wohlbemerkt, der ersten Etappe eiiner noch sehr langen Reise quer durch 7 Inseln, bis dass die Socken qualmen!
Darío Dorta, seine Familie und Freunde laufen weiter und der sympathische Mann erfüllt sich sicherlich am Ende dieser Woche seine  Traum, für den er lange gearbeitet, trainiert und geplant hat.
Es ist beeindruckend, was sich Menschen ausdenken und dann auch leisten können.
Einmal mehr kehre ich mit dem guten Gefühl nach Hause zurück, dass der Sport tatsächlich die Kraft hat, die Welt zu verbessern und uns Menschen einander nahe zu bringen.

 

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Informationen im Netz: www.runspiral.com
Fotos (Lanzaventura 4×4, Sergio): Lanzaventura4x4
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